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  • Historisches Wasserschloss Thienhausen

    Im stillen Seitental der Emmer bei Rolfzen liegt einsam das bemerkenswerte Wasserschloss Thienhausen. Der Ort wurde erstmals um 973 in den Corveyer Traditionen erwähnt. Unter der Bezeichnung Hof zu Tiedenhausen, war er im Mittelalter Besitz der Familie Schwalenberg und anschließend der von der Lippe in Vinsebeck.

    Das weit verzweigte Geschlecht derer von Haxthausen, das zu den führenden Adelsfamilien des Hochstifts Paderborn gehörte, ist seit 1523 oder 1526 in Thienhausen nachweisbar.

    Hier ließ im Jahre 1609 Tönnies Wolff von Haxthausen mit seiner Frau Anna Maria von Oeynhausen- die Eheleute sollen 17 Kinder gehabt haben- auf den Kellerfundamenten eines Vorgängerhauses ein zweiflügliges Wasserschloss errichten.

    Der Zahn der Zeit hatte im Laufe der Jahrhunderte manches in Thienhausen verändert, eine handgezeichnete Karte jedoch, die 1764 von dem Landmesser Saltzmann angefertigt worden ist, überliefert die zugleich älteste und anschaulichste Darstellung der Schlosslage.

    Das Gut Thienhausen ist zweimal innerhalb der Familie verkauft worden, erstmals 1688 und dann 1843, als es zu einer Abbenburger Linie in den Besitz von August von Haxthausen kam- Der exzentrische Agrarhistoriker, Volkskundler, Lieder- und Antiquitätensammler setzte die Gebäude in Stand und machte Thienhausen als sogenannte Herberge der Gerechtigkeit zur Heimstatt für Romantiker, Dichter, Schriftsteller, Künstler und Gelehrte. Ein buntes Volk kam und ging, über das er als Tyrann von Thienhausen herrschte. August von Haxthausen arbeitete über die Agrarverfassung der deutschen Territorien und war zu dem auch jahrelang im Dienste des russischen Zaren tätig.

    Eine ganz persönliche Beziehung verband August von Haxthausen zu seinem Leibarzt, dem Bad Driburger Friedrich Wilhelm Weber. Dieser verbrachte auf Thienhausen die letzten Jahre seines Lebens (gestorben 1894) und verfasste dort sein Versepos Dreizehnlinden, das von der Christianisierung unserer Region handelt. Das epische Werk erlebte hohe Auflagen und zählte in manchen Gegenden Deutschlands als obligatorische Schullektüre.

    (Quelle: Buch Burgen, Schlösser und historische Adelssitze im Kreis Höxter 2002)

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